Wie du dich Selbst in wenigen Minuten aus einem unangenehmen Gefühl herausholen kannst

Nimm deinen Schmerz auf den Schoß und höre ihm zu

Manchmal habe ich scheinbar grundlos ein trauriges Gefühl in mir. Ich fühle mich dann irgendwie schwer, unklar im Kopf und erlebe ein diffuses Gefühl der Unsicherheit und des Nicht-Verbundenseins mit mir selbst. Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Manchmal gibt es auch einen bestimmten Auslöser oder Trigger für dieses Gefühl. Oft hat das dann aber gar nicht direkt etwas mit der Sache zu tun, sondern es wird nur ein alter, lang bestehender und noch nicht aufgelöster Schmerz ausgelöst, der jetzt gefühlt werden will. Kennst du das?

Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir uns erst wieder beruhigen können, wenn sich jemand bei uns entschuldigt, wenn sich eine Situation im Außen verändert, oder wenn jemand anders irgendetwas bestimmtes sagt oder tut. Aber das ist ein Trugschluss. Das kann vielleicht helfen, uns kurzfristig besser zu fühlen, aber die einzige Person, die uns langfristig unseren tiefen, ungeheilten Schmerz nehmen und uns wirklich trösten kann, sind immer wir selbst.

In solchen Momenten sind wir mit uns selbst bzw. mit unserem inneren Mädchen nicht mehr verbunden. Daher ist es wichtig, wieder die emotionale Verbindung zu unserem inneren Mädchen herzustellen. In solchen Momenten brauchen wir uns selbst am allermeisten.

Das Kontraproduktivste, was man in solchen Momenten tun kann, ist das Wegdrücken dieser unangenehmen Gefühle. Wegdrücken mit Ablenkung durch Arbeit, Ablenkung im Außen, Ablenkung durch Essen oder permanentem Beschäftigtsein.

Gefühle und Gedanken kommen und gehen wie Gäste in einem Gasthaus. Öffne jedem „Besucher“ die Tür, begrüße sie, lass sie rein und irgendwann werden sie wieder gehen. Lässt Du einen „unangenehmen Besucher“, sprich, ein unangenehmes Gefühl, nicht rein, indem Du es unterdrückst, wird er immer lauter und wütender an die Tür hämmern.

Heiße alle willkommen, und lass sie alle weiterziehen. Gefühle sind nie permanent. Gefühle sind immer Momentaufnahmen. Erst in dem Moment, in dem du dich gegen ein Gefühl wehrst, weil du es nicht fühlen willst, bleibt es erstrecht so lange, bist du es lässt. Da-lässt, so-sein-lässt– und wieder los-lässt.

 

Immer wenn ich merke, dass ich mich unwohl fühle oder sogar schon weinen muss, denke ich an mein inneres Mädchen, das in Wirklichkeit gerade weint. Es ist wichtig, dein inneres Mädchen in solchen Momenten nicht allein zu lassen. Hilf ihm durch diese unangenehme Situation hindurch. Setze dich irgendwo hin, wo du ungestört bist, und fühle ganz bewusst das Gefühl, das gerade präsent ist. Vielleicht ist es Angst, Traurigkeit oder Verzweiflung. Fühle ganz intensiv, was du da gerade fühlst.

Manchmal sind es viele Gefühle gemischt und es ist schwierig, sie genau zu differenzieren. Das ist nicht schlimm. Kannst du die einzelnen Gefühle benennen, sprich sie innerlich oder laut aus „Da ist Wut. Da ist Angst. Ich fühle mich nicht wertgeschätzt / nicht liebenswert/ nicht gut genug. Ich fühle diese Gefühle in diesem Moment und sehe sie. Sie sind da und ich erkenne sie an.“

Wenn du weiter fühlst, kannst du diesen Schmerz auch körperlich wahrnehmen. Das können wir meist eindeutiger lokalisieren und wahrnehmen als einzeln zu benennende Gefühle. Vielleicht spürst du einen Kloß im Hals, oder dein Bauchraum fühlt sich eng und schwer an. Vielleicht drücken deine Schläfen. Nimm nun ganz deine körperlichen Empfindungen in diesem Gefühl war. Sprich innerlich oder laut aus, was du fühlst. „Mein Hals ist eng. Ich kann nicht richtig atmen. Ich fühle mich beklemmt.“ Oder „Mein Bauch zieht sich zusammen. Er fühlt sich schwer an.“ Gehe mit deinem Bewusstsein ganz in diese körperliche Empfindung hinein. Lass die Tränen fließen, wenn sie kommen. Sprich mit deinem inneren Mädchen. Sage: „Ich sehe deinen Schmerz. Ich fühle den Druck in deiner Brust. Ich verstehe, wie du dich fühlst. Dein Gefühl ist richtig und okay. Ich liebe und akzeptiere dich mit Diesem Gefühl in diesem Moment.“

Vielleicht stellst du dir vor, wie du dein inneres Mädchen mit seinem Schmerz auf deinen Schoß nimmst. Lass es weinen. Stell dir vor, wie sich langsam der Kloß in deinem Hals auflöst. Wie sich der Druck in auf deiner Brust löst. Atme ganz bewusst in die Körperstelle hinein, in der du deinen Schmerz am meisten spürst.

Sitze so lange mit deinem inneren Mädchen und seinem Gefühl, bis es sich langsam auflöst. Es wird leichter. Irgendwann ist es weg. Wenn du dich beruhigt hast, lobe dich und sei stolz auf dich und dein inneres Mädchen. Sage „Danke, dass ich mir erlaubt habe, zu fühlen. Ich akzeptiere und schätze alle Gefühle, die in mir aufkommen. Ich bin wichtig. Ich gebe meinen Gefühlen den Raum, den sie brauchen und dann lasse ich sie los.“

Oft habe ich es mit dieser Methode geschafft, mich innerhalb von wenigen Minuten von einem starken Heulkrampf in einen erlösten, entspannten Zustand zu bringen. Es ist Übungssache und kann trainiert werden wie ein Muskel.

Dies ist nur eine Methode von vielen Tools. Emotionsmanagement ist das, was ich auch mit meinen Trainees in meinem Online-Badass-Training trainiere. Dort lehre ich, wie du richtig atmest, wie du in deinen Körper kommst und wie du authentisch mit deinen Emotionen umgehst und dich selbst aus unangenehme Situationen wieder herausholen kannst.

Schreibe mir, wenn du dir dabei Unterstützung wünschst!