Wie du richtige und selbstbestimmte Entscheidungen triffst – jenseits von Pro – und Contra-Listen

 

Viele Frauen, mit denen ich trainiere, haben eins gemeinsam: es fällt ihnen extrem schwer, sich zu entscheiden. Im Kleinen, wie im Großen.

Ich kann das so gut nachvollziehen – weil mir ging es auch sehr lange so und teilweise auch heute noch. Es gab Zeiten, da saß ich 20 Minuten vor meiner Speisekarte im Lokal und überlegte hin und her, was ich jetzt bestellen soll. Las die Karte 5x rauf und runter, fragte alle Leute am Tisch, meditierte 10 Minuten darüber und hätte am Liebsten auch noch kurz meine Therapeutin angerufen, was ich denn jetzt essen soll. Entschied mich dann nach meiner mentalen Pro und Contra-Liste für ein Gericht. Und während ich bestellte, switchte ich nochmal um. Kennst du das? (Okay, ich hab leicht übertrieben, aber du weißt, was ich meine.)

Ist nichts Tragisches, solange es nur ums Abendessen geht, aber sagt viel darüber aus, wie wenig ich in Kontakt zu mir Selbst war und wie wenig ich mir selbst vertraute, gute Entscheidungen zu treffen.

Gar nicht dran zu denken, wie ich das mit WIRKLICH wichtigen Entscheidungen gehandhabt habe.

 

Eigene Entscheidungen zu treffen, ist jedoch fundamental um ein Leben zu leben, das sich für dich gut anfühlt. Viele kleine und große Entscheidungen sind am Ende die Summe deines Lebens. Das fängt damit an, welche Unterhose du morgens anziehst, was du frühstückst und wie du deine Freizeit verbringst, bis hin zu, was du arbeitest, wo du wohnst oder wen du heiratest.

 

Deine Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen, macht also aus, wie erfüllt, wie glücklich, wie gesund und wie zufrieden du in deinem Leben bist.

Die Kunst, gute und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, ist eine Fähigkeit, von der es sich lohnt, mal genauer hinzuschauen.

Vielleicht kennst du das: du stehst vor einer größeren Entscheidung und bist hin-und hergerissen zwischen den Möglichkeiten. Du machst die berühmte Pro – und Contra-Liste und ratterst sie rauf und runter. Fragst deine Eltern, besten Freundinnen, deine Oma und deine komplette Insta-Followerschaft um ihre Meinung. Und bist danach immer noch unsicher, für was du dich entscheiden sollst. Du wägst ab zwischen Vernunft und Gefühl, schläfst eine Nacht drüber oder gehst ne Runde mit dem Hund. All das hab ich auch oft gemacht. Und oft habe ich dabei Entscheidungen getroffen, die alles waren – nur nicht meine eigene.

Warum es dir so schwer fällt,

Entscheidungen zu treffen

 

Eine Entscheidung FÜR eine Sache bedeutet automatisch das GEGEN für alle anderen Möglichkeiten. Und das kann Angst machen. Weil man sich ja für das „Falsche“ entscheiden könnte. Deswegen drücken wir uns oft vor Entscheidungen -weil wenn man nichts entscheidet, kann man auch nicht „falsch“ entscheiden. Was ein Trugschluss ist. Eine falsche Entscheidung ist IMMER besser, als gar keine Entscheidung. Dazu weiter untern mehr.

Ich glaube, einen gewissen Respekt und Bedenkzeit für wichtige Entscheidungen ist normal und menschlich – schwierig wird es nur dann, wenn du dich komplett auf die Meinungen und Ratschläge anderer verlässt und so gut wie gar keine Entscheidung aus dir selbst heraus (und gegebenenfalls auch ohne den Segen anderer Menschen) treffen kannst. Dann läufst du nämlich Gefahr, ein Leben zu leben, das sich irgendwann nicht mehr nach DEINEM anfühlt.

Für viele (hochsensible) Frauen, die von Klein auf gewöhnt sind, sich nach den Bedürfnissen anderer zu richten, ist die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu spüren, verlorengegangen.

 

Wenn man seine eigenen Bedürfnisse nicht kennt und spürt, also den Zugang zu seiner eigenen Essenz verloren hat, kann man natürlich auch nicht wissen, was man will und folglich auch keine Entscheidungen treffen.

Wenn man kein Vertrauen in sich Selbst hat, traut man auch seiner Entscheidungsfähigkeit nicht.

 

Und wenn du zum Beispiel damit aufgewachsen bist, dass deine Entscheidungen chronisch kritisiert, bemängelt, verglichen und schlechtgemacht wurden – und somit verinnerlicht hast: „Das, was ich entscheide, ist nicht gut. Ich kann mir Selbst nicht vertrauen.“ ist es ja logisch, warum es mit deiner Entscheidungsfreudigkeit heute nicht so prickelnd aussieht. So war es bei mir sehr lange.

Ganz logisch eigentlich, oder?

Wichtig ist, dass du deine Tendenz, dich nicht entscheiden zu können, willkommen heißt und liebevoll als Teil von dir annimmst. Wenn du diesen Teil an dir schlechtmachst, kritisierst, ihn weghaben willst – ihn also nicht als Teil von dir anerkennst – lehnst du einen Teil von dir selbst ab. Und das ist oft die Ursache für unser Gefühl, nicht gut genug zu sein.

 

Also: Nimm ihn an, diesen Teil. Jedes Mal wenn du merkst „Oh, ich merke gerade wieder, ich muss mich entscheiden, und irgendwie kann ich es nicht“ – nimm es an. Es hat seinen guten Grund, warum es einen Teil in die gibt, der sich schwer entscheiden kann. Deine innere Haltung könnte so lauten „Oh, da ist er wieder, dieser Teil in mir, der sich so schwer entscheiden kann. Ich sehe dich, und du darfst da sein. Ich weiß, dass du vielleicht Angst hast vor den Konsequenzen oder nie gelernt hast, zu vertrauen – ich verstehe, dass du da bist. Du bist Willkommen, genau so, wie du bist.“

Versuche, das wirklich zu fühlen. Mit dem Herzen. Immer wieder, bei jeder Gelegenheit.

Etwas, das du verleugnest und ablehnst, kannst du nicht verändern.

Nur was du annimmst, kannst du verändern.

Und ein weiterer wichtiger Schritt, um den Zugang zu deiner Essenz wieder zu finden, in der all deine Bedürfnisse, Wünsche, Ideen und Antworten liegen, ist, achtsam in deinem Alltag zu sein.

Frage dich mehrmals am Tag, fühle in dich rein, für einige Augenblicke:

Was brauche ich gerade? Und zwar auf allen drei Ebenen: Körperlich. Mental. Emotional.

 

Das kannst du machen morgens nach dem Aufwachen, beim Warten an der Ampel, in der Schlange im Supermarkt, in der Mittagspause, vor dem Einschlafen.


Was brauche ich gerade?

Body, was brauchst du gerade? Ist dir warm, hast du Hunger, bist du erschöpft?

Mind, was brauchst du gerade? Eine kleine Pause von Social Media? Einen Spaziergang? Das Beenden eines anstrengenden Gesprächs? Eine geführte Meditation?

Emotion, was brauchst du gerade? Willst du dich verstanden fühlen, verbunden, angenommen? Was wäre der erste Schritt dahin?

Unterschätze nicht die Wichtigkeit des In-Dich-Reinfühlens. Das ist fundamental wichtig, um selbstbestimmte und gute Entscheidungen für dich zu treffen.

 

Warum Angst ein schlechter Ratgeber ist

 

Manchmal treffen wir eine Entscheidung, aus Angst vor den möglichen Konsequenzen einer anderen. Mutige Entscheidungen verlangen manchmal, aus der gewohnten Komfortzone zu treten und vielleicht ein Risiko einzugehen.

Trennen oder bleiben?

Das Herz öffnen oder lieber zulassen?

Noch eine Chance geben oder aussortieren?

Nein sagen oder runterschlucken?

Heiraten oder YOLO?

Länger schlafen oder meditieren?

Das zweite Stück Kuchen oder gut sein lassen?

Manche Entscheidungen verändern dein Leben von Grund auf, und manche erst in Summe.

Eine Sache, die ich erkannt habe, ist, dass eine Entscheidung, die man aus Angst getroffen hat (oder eben NICHT getroffen hat), selten gut ist.

Die Angst als Motivator für eine Entscheidung zu nehmen ist also eigentlich gar keine freie Entscheidung. Weil es keine Entscheidung ist, sondern eine Vermeidungsstrategie. Genauso wie das sich-nicht-entscheiden und warten, was passiert.

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die WIRKLICH GUTEN Entscheidungen diejenigen waren, die ich TROTZ meine Angst getroffen habe.

Was meinst du, wie viel Angst ich davor hatte, damals mit Sensitive Badass online zu gehen und mich SO verletzlich im Internet zu zeigen und mich als Trainierin anzubieten?

Ich hatte Angst, dass andere es belächlen, wenn ich Trainings anbiete. Ich hatte Angst nicht Ernst genommen zu werden. Dass andere es mir nicht zutrauen, erfolgreich zu sein. Dass andere meine Fähigkeiten unterschätzen. Emotional verlassen zu werden, wenn ich erfolgreich bin. Angst, dass andere sich von mir abwenden, wenn ich mein volles Potential auslebe. Ich hatte 1000 Gründe, es nicht zu machen.

Und ich hab es TROTZDEM gemacht. Und es war eine der besten und wichtigsten Entscheidungen, die ich hätte treffen können.

Es gibt einen Teil in dir, der ganz genau weiß, dass du ALLES IN DIR HAST, um mit der von dir getroffenen Entscheidung das BESTMÖGLICHSTE für dich und dein Leben zu machen. Lass diesen Teil jeden Tag ein bisschen größer werden, ein bisschen lauter, ein bisschen präsenter. Fütter ihn. Trainier ihn wie einen Muskel.

 

Eine erste Möglichkeit das zu tun, ist Bewusstsein und Klarheit für dich reinzubringen. Und das geht am Besten durch das Beantworten von guten Fragen.

Bevor du eine wichtige Entscheidung triffst, frage dich:

  • Wovor habe ich bei dieser Entscheidung Angst?

  • Was ist das SCHLIMMSTE, was für mich diesbezüglich passieren könnte?

  • Wie wahrscheinlich ist, dass das so eintritt auf einer Skala von 1 – 100 ?

  • Und wenn es so eintritt, was könnte ich dann tun?

  • Für was würde ich mich entscheiden, wenn ich hier und jetzt die 100% Garantie bekommen würde, dass dies so NICHT passieren wird?

  • Für was würde ich mich OHNE diese Angst entscheiden?

  • Für was würde sich der MUTIGSTE Teil in mir entscheiden?

  • Für was würde ich mich entscheiden, wenn ich wüsste, dass, egal wie es kommt, es langfristig zu meinem HÖCHSTEN GUT ist?

  • Für was würde ich mich höchstwahrscheinlich rückblickend entscheiden, heute in einem Jahr?

 

Diese Fragen geben dir Klarheit darüber, dass du eine Entscheidung BEWUSST triffst – und nicht aus Angst heraus.

Erfolgreiche / Glückliche Menschen treffen keine falschen Entscheidungen – sie lernen Lektionen

 

Gute Entscheidungen ergeben sich oft aus der Summe vieler „falscher“ Entscheidungen. Fang an zu verinnerlichen, dass du immer die für DICH richtige Entscheidung treffen wirst in deinem Leben. Entweder, sie ist sofort gut – oder du hast was dabei gelernt, was auch ein Gewinn ist. Ein ziemlich wertvoller sogar.

Wenn sich eine Konsequenz eine deiner Entscheidungen nicht gut anfühlt, frag dich:

  • Was kann ich daraus lernen?

  • Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?

  • Inwieweit habe ich Selbst etwas damit zu tun und wo darf ich bei mir genauer hinschauen?

  • Gibt es etwas Positives, dass ich dennoch daraus ziehen kann – vielleicht mit etwas Abstand?

Wenn du ab heute anfängst, dir nach jeder Entscheidung, die sich nicht sofort gut anfühlt, diese Fragen ehrlich zu beantworten, ist das dein sicherer Schlüssel für ein erfolgreiches Leben.

Dein Mind-Body-System kennt die Antwort

 

Wenn du sehr stark mit deiner inneren Essenz verbunden bist und sie mit allen deinen Zellen auf seelischer, geistiger und physischer Ebene verkörperst, musst gar keine Entscheidungen mehr treffen, sondern du tust die Dinge einfach, ohne sie infrage zu stellen. Weil dein Körper kennt die Antwort – immer.

Ein wichtiges Tool zum Treffen von Entscheidungen aus dem Feminine Embodiment habe ich von der wunderbaren Jenna Ward (Google sie mal: www.jennaward.co) gelernt. Und zwar ist das die Frage:

Wie möchte ich mich fühlen?“

Such also nicht kognitiv stundenlang nach der richtigen Antwort, hör auf, Pro – und Contra-Listen zu machen oder andere nach ihrer Meinung zu fragen – denn DEINE Antwort kennst nur DU und zwar nicht nur dein KOPF, sondern vorallem dein KÖRPER. Also der Bereich, in dem deine Intuition, dein Gefühl, deine Essenz sitzt. Und dieser Teil kennt deine Antwort – du musst sie nur hören.

Also, wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, frage dein Mind-Body-System:

Wie möchte ich mich fühlen? Schließ deine Augen und fühl in dich rein.

Denn so gut wie immer steckt hinter dem, für was wir uns entscheiden, ein bestimmtes GEFÜHL, das wir dadurch fühlen möchten. Es geht nicht um die Handtasche, den nächsten Urlaubsort, den richtigen Partner an sich, sondern UM DAS GEFÜHL, das diese Situation, diese Sache oder dieser Mensch in uns auslöst.

 

Wir Frauen sind Gefühls-Wesen. Gefühle sind UNSER Terrain. Wenn du danach deine Entscheidungen ausrichtest und fällst, wird sich dein Leben immer stimmiger, erfüllter und lebendiger anFÜHLEN. Also: Wie möchtest du dich fühlen?

Das kannst du bei kleinen, wie bei großen Fragen tun.

Zum Beispiel:

Soll ich morgens auf mein Frühstücksbrot Nutella oder Honig schmieren?

Frage: Wie möchte ich mich fühlen? Antwort: leicht und vital.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich dann ohne zu zögern für Honig entscheidest, ist groß.

Und bei einer etwas wichtigern Frage, zum Beispiel:

Heiraten oder nicht?

Wie möchte ich mich fühlen? Verstanden, unterstützt, verbunden.

Und dein JA, ICH WILL, kommt von ganz alleine 🙂

Das waren jetzt natürlich sehr plakative Beispiele und manchmal fließen noch mehrere und komplexere Faktoren mit rein, die die Entscheidungsfindung erschweren – aber

mit der Antwort auf die Frage „Wie will ich mich fühlen?“ kommst du deiner Entscheidung schon einen großen, großen Schritt näher.

Wie du deinen Entscheidungs-Muskel trainierst

 

Sich zu entscheiden kann man trainieren wie einen Muskel. Mit jeder Entscheidung, die du selbständig fällst, wächst dein Vertrauen in deine Entscheidungsfähigkeit.

Sich entscheiden ist ein Akt der Selbstliebe. Weil du Verantwortung übernimmst.

Trainiere deinen Entscheidungs-Muskel täglich in kleinen Alltags-Situationen, bei denen die Antwort nicht so weitreichend ist. Wenn du dich sicher in kleinen Entscheidungen fühlst, fühlst du dich auch in größeren immer sicherer.

 

Fang an, kleine alltägliche Entscheidungen innerhalb von 3 Sekunden zu treffen, ohne sie groß zu verkopfen. Dein Outfit für den Tag, deine Teesorte am Morgen, dein Mittagessen, den Duft deines neuen Badezusatzes bei DM, die Farbe deines Nagellacks.

So trainierst du dein Unterbewusstsein darin, dass du SELBSTÄNDIG und AUS DEM GEFÜHL heraus gute Entscheidungen treffen kannst. Ob du dann nach den Spaghetti Carbonara doch lieber Bolognese gehabt hättest, ist unwichtig. Es geht um den Akt des Entscheidens. Je mehr du das in diesen kleinen Situationen trainierst, desto leichter wird es dir bei wirklich wichtigen Entscheidungen fallen.

Ich möchte dich einladen, heute eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Eine wichtige Entscheidung, die du schon lange vor dir hergeschoben hast, oder eine Entscheidung, die ganz klein und unscheinbar ist, die du aber heute BEWUSST triffst. Tools hast du jetzt genug. Und jetzt kommst du – in dem du es TUST 🙂

Schreib mir gerne, welche Entscheidung du getroffen hast, wie du das gemacht hast und, wie es sich für dich angefühlt hat. Ich freue mich, von dir zu lesen, Badass.

Und wenn dir dir persönliche Unterstützung dabei wünschst, deinen Entscheidungsmuskel zu trainieren, komm zu mir ins Badass-Training. Du bist nur eine Entscheidung davon entfernt.