Warum du ums Meditieren nicht drum rum kommst und was ich währenddessen schon Verrücktes erlebt habe

Ich sag’s dir ganz direkt: du kommst nicht ums Meditieren drum rum, wenn du wirklich in Kontakt mit deiner Essenz und deinem inneren Frieden leben willst. Keine Ausreden. Tu es oder lass es, aber beschwer dich nicht, wenn im Außen die Dinge turbulent werden und du den Zugang zu deiner inneren Essenz nicht trainiert hast. Fang nicht erst an zu meditieren, wenn die Dinge scheiße laufen. Fang heute damit an, dass du trainiert bist, wenn du es wirklich brauchst. Das wäre sonst, wie wenn du erst Schwimmen lernst, wenn Hochwasser herrscht.

Ich hab mich ziemlich lang vor dem Meditieren gedrückt. Hab es immer Mal ein paar Tage ausprobiert und dann wieder gelassen, weil ich erstens irgendwie nicht richtig wusste, wie, und zweitens war ich mir einfach nicht sicher, ob es „was bringt“.

Heute meditiere ich jeden Morgen, fast ohne Ausnahme, mindestens eine halbe Stunde. Und ich sag dir was: ich weiß nicht, wie ich das fast 30 Jahre ohne überlebt hab! Ich fühle mich klarer, erfrischter und viel mehr in meiner Mitte. Es ist wie ein Reset jeden Morgen für mein Mind-Body-System. Es ist wie Duschen, nur von innen. Stell dir mal vor, du duscht jahrelang nicht – kein Wunder fühlst du dich irgendwie komisch!

Meditieren heißt nichts anderes, als präsent sein.

Du musst weder ein Zenmeister sein, noch ein buddhistischer Mönch und du brauchst auch keine Räucherstäbchen dazu. Meditieren heißt, mit der ganzen Aufmerksamkeit im jetzigen Moment zu sein und ihn ohne Bewertung einfach nur zu beobachten.

Es ist ein Zustand von klarer, urteilsfreier Wahrnehmung von allem, was ist. Von allen Körperempfindungen, allen Gedanken, Gefühlen und Geräuschen, die in diesem gegenwärtigen Augenblick da sind. Es gibt unendlich viele Arten, zu meditieren. Genauso wie es unendlich verschiedene Situationen gibt, in denen man voll und ganz präsent sein kann. Man kann sich im Lotussitz auf den Boden setzen und seinen Atem beobachten. Man kann sich eine geleitete Mediation auf Youtube anhören und den Anweisungen folgen. Man kann ganz achtsam und aufmerksam das Geschirr spülen. Man kann einen stillen Spaziergang im Wald machen und alles, was man sieht, hört und fühlt beobachten. Man kann Yogaübungen machen. Man kann schwimmen gehen und ganz bewusst seine Bahnen ziehen. Man kann auf einer Parkbank sitzen und einfach nur da sein. Man kann eine Blume ganz genau beobachten. Man kann mit voller Hingabe und Achtsamkeit das Klo putzen. All das ist Meditation.

Wir dürfen uns von dem Gedanken lösen, dass man eine Sache nur auf eine einzige und ganz bestimmte Art und Weise tun kann. Lass uns den Druck rausnehmen, der in vielen Bereichen unseres Lebens präsent ist. Meditieren soll eine der wenigen Sachen sein, wo es eben keinen Druck, kein richtig oder falsch gibt.

Wer nicht zehn Minuten mit sich in Stille sein kann, wie sollen es dann andere können?

Nimm dir jeden Tag Zeit, in Stille das Hier und Jetzt wahrzunehmen. Wenn du nicht gut stillsitzen kannst, dann mache eine Gehmeditation und gehe einfach zehn Minuten ganz achtsam spazieren. Du kannst dich auf deinen Atem konzentrieren, dir einen bestimmten Satz oder Mantra innerlich immer wieder aufsagen, oder einfach nur die Geräusche, die du hörst, wahrnehmen. Wenn du merkst, dass Gedanken kommen, die nichts mit dem gegenwärtigen Moment zu tun haben, erkenne sie innerlich an (z.B. „Aha, da kommt ein Gedanke über meine Arbeit / meinen Partner / mein Abendessen, und jetzt kehre ich zurück ins hier uns jetzt) und lasse sie los.

Kehre immer wieder zurück zu dem Moment, in dem du gerade bist. Dein Atem ist ein guter Anker, immer wieder in den jetzigen Augenblick zurückzukehren, denn du kannst nicht gestern oder morgen atmen, sondern immer nur genau jetzt.

Wenn bestimmte Gefühle in dir aufkommen, mache es so, wie mit den Gedanken: erkenne sie an, bewerte sie nicht und lasse sie los. Innerlich kannst du zu dir sagen: „Aha, da fühle ich Angst, Hallo Angst. Aha, meine Atmung wird flacher und mein Hals fühlt sich eng an. Ich sehe dich Angst, ich sehe dich, Hals.“ Und dann komme wieder zurück zu deiner Atmung, deinem Gehen, oder was auch immer du in dem Moment gerade tust. Bewerte keinen Gedanken, kein Gefühl, drücke nichts weg. Lass alles sein, wie es ist und dann lasse es los.

Zum Glück gibt es so viele Möglichkeiten, zu meditieren. Jeder Mensch ist anders. Niemand verlangt, dass du wie in einem Schweigekloster zehn Stunden täglich eine Zazen – Meditation absolvierst.

Aber je öfter und regelmäßiger du es trainierst und zulässt, allen Gefühlen und Gedanken Raum zu geben und dich immer wieder mit dem gegenwärtigen Moment zu verbinden, desto mehr Ruhe, Frieden, Klarheit und Verbindung zu dir selbst wirst zu spüren.

Probiere ruhig verschiedene Arten aus. Es gibt unzählige tolle kostenfreie Meditationen im Internet oder auf Spotify, es gibt Meditations-Apps oder Meditationskurse. Das ist alles nicht zwingend notwendig, aber es kann hilfreich sein, um in die Materie reinzukommen. Denn eigentlich brauchst du nichts als dich, deinen Atem und dein aufmerksames Bewusstsein.

Ich erzähle dir jetzt, wie ich jeden Morgen meditiere, vielleicht ist es auch was für dich, vielleicht auch nicht. Angefangen habe ich mit fünf Minuten. Fang klein an.

Meine Meditation besteht aus zwei Teilen: zuerst mache ich eine geführte Chakra-Meditation, jeden Tag in der Woche ein anderes Chakra, und anschließend mache ich eine Mantra-Meditation.

Bevor ich mit der Chakra Meditation beginne, mache ich auf dem Boden ein paar Katze-Kuh Übungen aus dem Yoga, um meine Wirbelsäule zu mobilisieren und die Energie in Fluss zu bringen. Nach dem Schlafen ist das System meistens etwas steif und um das Ganze wieder besser zum Fließen zu bringen, finde ich es wichtig, Wirbelsäule und Nacken zu lockern. Ich nehme ein paar tiefe Bauch-Atemzüge und recke und strecke mich gut.

Anschließend setze ich mich gemütlich in meinen Sitzsack und mache die geführte Chakra-Meditation bin binauralen Beats. Das sind Töne, die die beiden Gehirnhälften synchronisieren und zur Entspannung des gesamten Nervensystems führen.

Anschließend setze ich mich im Lotussitz auf den Boden und meditiere mit meiner Mala (Meditationskette) im Moment mit dem klassischen Mantra „So Hum“ („Ich bin“). So Hum ist gut, um den Selbstwert und das Bewusstsein seiner Selbst zu stärken und um sich gut mit seiner inneren Essenz zu verbinden.

Ich rezitiere es erst laut und dann innerlich insgesamt 108 Mal. Ich versuche mich nur auf den Klang des Mantras zu fokussieren. Wenn ich merke, dass ich gedanklich abschweife, kehre ich immer wieder zurück zur Atmung und zu meinem Mantra.

Es ist vollkommen normal, dass du am Anfang alle 3 Sekunden abschweifst!

Dein Geist ist wie ein junger Welpe, der ständig Beschäftigung braucht. Sag ihm, wer das Herrchen ist. Rufe ihn liebevoll aber bestimmt immer wieder zurück. Je öfter du das machst, desto leichter wird es. Es dauert mindestens einen guten Monat, bis sich dein Geist etwas schneller beruhigen lässt.

Es ist echt wichtig, dranzubleiben und Widerstände mit einzuplanen. Mir fiel es am Anfang auch echt schwer, bei der Sache zu bleiben. Aber ich blieb konsequent dran, ob ich Lust hatte oder nicht.

Und irgendwann passierten komische Dinge. Ich bekam plötzlich Gänsehaut am Hinterkopf oder am ganzen Körper. Mein Körper fing teilweise unkontrolliert an zu zucken. Ich fühlte mich, als würde ich von innen auf meinen eigenen Körper schauen, ohne was zu sehen. Ich merkte zum ersten Mal den Abstand, den ich nehmen konnte, von meinen Gedanken, Gefühlen und von meinem Körper.

Ich blickte von innen einfach auf mich selbst. Manchmal habe ich das Gefühl von freiem Fall und absolutem Getragensein gleichzeitig. Europapark ist nichts dagegen. Manchmal fühle ich eine starke Energie in meinem Körper, die von unten nach oben steigt. Sie ist richtig kraftvoll. Teilweise erinnert sie mich an das Anbahnen eines Orgasmus. Ich nenne sie meine „Lebensenergie“, andere würden vielleicht Kundalini sagen – der Name ist mir eigentlich auch Wurscht. Sie fühlt sich krass gut an. Es ist immer unterschiedlich, mal habe ich sehr intensive Empfindungen, mal ist es eher ruhig. Je weniger Erwartungen ich habe, wie sich die Meditation anfühlen soll, je mehr ich loslasse, desto intensiver wird es. Ich gehe mit einem ganz anderen Grundgefühl durch den Tag. Ich fühle mich sicher, mit mir verbunden, geeredet. Ich fühle, dass mir nichts passieren kann – unbesiegbar irgendwie.

Und das Geilste ist: es ist völlig kostenlos. Du brauchst einfach mal gar nichts anderes dazu als dich selbst. Du kannst es so gut wie immer und überall machen. Meditieren ist echt der Shit.

Und wenn du jetzt immer noch keine Lust hast, das regelmäßig zu machen, dann weiß ich wirklich auch nicht 😀

Ich freue mich mega, von deiner persönlichen Meditations-Erfahrung zu hören! Oder falls du noch Tipps oder Inspirationen möchtest, schreib mir gerne! Tu dir selbst den größen Gefallen und fang an , Meditation als Teil deines Alltags einzubauen.

Und jetzt- Augen zu und OMMMMMMMM